Eine Unterbrechung endet nicht in dem Moment, in dem die Nachricht beantwortet oder das kurze Gespräch beendet ist. Danach muss das Gehirn die ursprüngliche Aufgabe wieder aktivieren und die Aufmerksamkeit neu ausrichten.
Eine deutsche Tagebuchstudie mit 637 Beschäftigten aus 25 Unternehmen ermittelte im Durchschnitt rund 15 Unterbrechungen pro Stunde. Die dadurch entstehende Refokussierungszeit entspricht rechnerisch etwa drei Arbeitstagen pro Monat. Die Autoren beziffern die daraus entstehenden Personalkosten für deutsche Unternehmen auf rund 58,5 Milliarden Euro jährlich.
Eine aktuelle EEG-Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung bestätigt den zugrunde liegenden Mechanismus: Nach einer Unterbrechung sind zusätzliche kognitive Prozesse erforderlich, um die ursprüngliche Aufgabe wieder aufzunehmen.
Quellen:
Starker et al., Kosten von Arbeitsunterbrechungen für deutsche Unternehmen, 2022.
Ülkü et al., EEG Correlates of Cognitive Dynamics in Task Resumption After Interruptions, European Journal of Neuroscience, 2025.
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